NEW-Energie

Das sind die wichtigsten Strategien, um die Reduzierung des Ausstoßes an klimaschädlichen Treibhausgasen zu erreichen. Der Landkreis hat deshalb einen Klima-Fahrplan zur Reduzierung von Treibhausgasen und dem sorgsamen Umgang mit den Ressourcen erstellt. Die Fahrt wurde 1996 mit der Einführung eines Energiemanagements bereits aufgenommen.

  • Energiemanagement als zentraler Faktor

Mit der Einführung des Energiemanagements setzte der Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab im Jahr 1997 seine Prioritäten neu. Nach der Einführung einer Gebäudeleittechnik in den landkreiseigenen Gebäuden und dem Anschluss weiterer Verwaltungen wurde kontinuierlich die Optimierung und Steigerung der Energieeffizienz ausgebaut. Mit der Umstellung von fossilen Energien auf erneuerbare Energieträger wurde 2008 ein neuer Weg der thermischen Energieversorgung eingeschlagen.

 

Dieser Vorgehensweise lag die Devise von Landrat Simon Wittmann zugrunde: „Erneuerbare Energien müssen Energieeinsparung und Energieeffizienz ergänzen und nicht ersetzen, ansonsten ersetzen wir die Verschwendung fossiler Energieträger durch die Verschwendung erneuerbarer Energien.“

  • Innovative Maßnahme als Pilotprojekt

Die Umstellung auf erneuerbare Energieträger erfolgte in der Schwimmhalle in Eschenbach i.d.OPf., wo ein innovatives Pflanzenölblockheizkraftwerk installiert wurde, das am 11.12.2008 in Betrieb ging. Die Innovation dieses BHKW ist darin begründet, dass bei dieser Maßnahme die Neuentwicklung einer Abgasturbine installiert wurde, die den Stromertrag auf über 45 % steigert. Als beispielhafte innovative Maßnahme wurde diese Anlage als Demonstrationsvorhaben durch das Bayerische Wirtschaftsministerium anerkannt und mit 40 % gefördert. Hervorzuheben ist dabei, dass die Innovation aus der eigenen Region stammt. Die Entwicklung der Abgasturbine erfolgte in der Hochschule Amberg-Weiden, die dieses Projekt auf die Dauer von drei Jahren begleitete und auf wissenschaftlicher Basis dokumentierte.

 

Das BHKW ist jedoch nicht nur für die Stromerzeugung ausgerichtet, sondern bildet zudem die Basis für ein zentrales Nahwärmeprojekt im Schulzentrum Eschenbach. So wird die Abwärme durch ein wechselseitiges neu erstelltes Nahwärmenetz in den Wärmeverbund des Gymnasiums, der Wirtschaftsschule und der Mehrzweckhalle eingespeist. Die gelieferte Wärme des Blockheizkraftwerkes bedient die Grundlast im Wärmeverbund und die erzeugte elektrische Energie wird an den unmittelbar an der Schwimmhalle gelegenen Trafo des örtlichen EVU abgegeben. Als Primärenergieträger dient CO²-neutrales Rapsöl aus der heimischen Region. Somit bleibt neben der CO²-Einsparung auch die Wertschöpfung in unserer Heimat.

  • Energie-Einsparung und Energieeffizienz

Der eingeschlagene Weg zur CO² zur CO²-neutralen Versorgung der landkreiseigenen Liegenschaften beinhaltet weitere Maßnahmen und wird kontinuierlich fortgesetzt:

  • So konnte z.B. im Dachgeschoss des Dienstgebäudes Zacharias-Frank-Straße 14 in Neustadt a.d. Waldnaab eine Dämmung nach den Vorgaben der EnEV eingebracht werden.
  • Als weitere Maßnahme wurde zur Unterstützung der Warmwasserbereitung im Jugend-Tagungshaus Stützelvilla in Windischeschenbach eine hochwertige Gasbrennwertanlage installiert und auf dem Dach dieses Gebäudes eine Sonnenkollektoranlage mit 25 m² Fläche erstellt.
  • Ein Dienstgebäude der Landkreisverwaltung am Hohlweg in Neustadt a.d.Waldnaab erhielt über der obersten Geschossdecke eine Wärmedämmung gemäß der EnEV.
  • In der Schule zur individuellen Lernförderung in Eschenbach i.d. Opf. wurde eine untergeordnete elektronische Heizkörperregelung eingebaut, so dass dieser Komplex in den Abendstunden nur für die Räume der Volkshochschule aufgeheizt werden muss.
  • Fortgeführt wurden die energetischen Sanierungsmaßnahmen im Jahr 2009 mit der Erstellung einer Nahwärmeleitung von der Heizzentrale des Schulzentrums Eschenbach i.d. Opf. zur Schule zur individuellen Lernförderung mit einer Länge von ca 120 m.
  • Zur Weiterführung der Umstellung der Heizzentrale Schulzentrum Eschenbach auf erneuerbare Energien wurden die baulichen Vorbereitungen in der Heizzentrale getroffen und der unterirdische Hackgutbunker mit einem Fassungsvermögen von 90 m³ vor dem Gymnasium erstellt. In diesen Rahmen erfolgte auch die Erneuerung der Heizungssteuerung im Hallenbad Eschenbach i.d. Opf. auf eine digitale Regelung inklusive dem Einbau von elektronisch gesteuerten Pumpen und Regeleinheiten.
  • In der Heizzentrale des Schulzentrum Eschenbach i.d. Opf. wurde im Jahr 2010 ein 400 kW Hackschnitzelkessel eingebaut. Diese Anlage wurde vom Bayer. Landwirtschaftsministerium mit ca. 46.000,00 € gefördert. Die in ca. 120 m entfernt liegende Schule zur individuellen Lernförderung wird nunmehr von der Biomasseheizzentrale aus mit versorgt. Unterstützt wird diese Heizanlage durch einen 47.000 Liter leer stehenden und nicht mehr benötigten Öltank, der zu einem Pufferspeicher umgebaut und gedämmt wurde. Dies führte zu einer zusätzlichen Effizienzsteigerung der Gesamtanlage. Mit diesen Maßnahmen ist die thermische Versorgung des Schulzentrums Eschenbach i.d. Opf. mit erneuerbaren Energien abgeschlossen.
  • Eine europaweite Ausschreibung für die energetische Versorgung mit Hackgut für alle landkreiseigenen Liegenschaften in der ehemaligen Kreisstadt Vohenstrauß fand ihren Abschluss im Jahr 2010. So wurde eine Biomasse-Heizzentrale, die mit Hackschnitzel befeuert wird, erstellt. Neben der Wärmeversorgung über Nahwärmeleitungen der kreiseigenen Gebäude ist diese Heizzentrale auch für die Wärmeversorgung weiterer öffentlicher und privater Liegenschaften in Vohenstrauß vorgesehen. Diese Heizzentrale ersetzt derzeit rd. 450.000 Liter Heizöl.
  • Die EnEV 2009 wurde mit einer kompletten Dachgeschoss- und Außenwanddämmung am Dienstgebäude in Vohenstrauß umgesetzt.
  • Auch das Dienstgebäude in der Zacharias-Frank-Straße in Neustadt a.d. Waldnaab erhielt eine Außenwanddämmung nach der EnEV 2009
  • Außenwanddämmungen erfolgen im Zuge der Sanierung und Erweiterung an der Realschule in Neustadt a.d.Waldnaab und dem Amt für Landwirtschaft und Forsten in Weiden i.d.OPf.
  • Ein Austausch eines veralteten Heizkessels gegen eine energiesparende Anlage erfolgte im Bauhof in Altenstadt a.d.Waldnaab.
  • Die Warmwasserbereitung in der Mehrzweckhalle in Eschenbach wurde durch den Einbau einer digitalen Steuerung optimiert und an die Gebäudeleittechnik des Landkreises angeschlossen.
  • Für die energetische Erschließung des „Kulturhügels“ sowie der städtischen und landkreiseigenen Liegenschaften in Neustadt a.d.Waldnaab wurde durch das IFE an der Hochschule Amberg/Weiden eine Studie mit mehreren Varianten erstellt.
  • Vorbildfunktion

Beim s.g. Energieforum, das vom Regionalmarketing Oberpfalz für alle Kommunen der Oberpfalz veranstaltet wurde, konnte Landrat Simon Wittmann die Energiebilanz und energiepolitischen Ziele für den Landkreis Neustadt a.d.Waldnaab vorstellen. Dipl. Ing. (FH) Alois Vollath präsentierte mit der energetischen Versorgung des Schulzentrums Eschenbach eine innovative Maßnahme des Landkreises.

 

Die Aktivitäten des Landkreises Neustadt a.d. Waldnaab und sein kommunales Energiemanagement sind überregional anerkannt und wurden z.B. bundesweit im Jehle- Rehm- Verlag als “ Beispiel für eine gelungene Eigeninitiative auf kommunalem Bereich“ veröffentlicht.

 

Mit der kostenlosen Infobroschüre „NEW-Energie“ unterstützt die Landkreisverwaltung auch seine Bürgerinnen und Bürger bei ihren Klimaschutz-Aktivitäten. Nach 2 Auflagen wird im Jahr 2012 eine dritte Auflage erscheinen, die neben aktuellen Energieeinsparpotentialen auch die EnEV 2012 und Finanzierungsinformationen erhält. Zusätzlich ist eine Plattform für die Fachbetriebe des regionalen Handwerks als s.g. „Energie-Experten“ vorgesehen. Eine Energiebilanz für den gesamten Landkreis und eine Investitionsübersicht über die Bioenergie-Investitionen der Kommunen sollen die Bürger zudem über die Klimaschutzmaßnahmen im Landkreisgebiet informieren.

  • Bilanz und Ausblick

Durch die Stromgewinnung aus dem BHKW und den Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen der landkreiseigenen Liegenschaften werden seit dem Jahr 2009 gegengerechnet ca. 92 % des vom Landkreis verbrauchten Stroms aus regenerativen Energien erzeugt.

 

Den vor Jahren eingeschlagenen Weg der Energiewende wird der Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab auch im Jahr 2012 und darüber hinaus fortsetzen und plant deshalb weitere energetische Maßnahmen auf dem Weg zur Energie-Autarkie für alle landkreiseigenen Liegenschaften. Insbesondere die Errichtung eines Heizwerkes in der Kreisstadt Neustadt a.d. Waldnaab, mit dem neben den kreiseigenen Gebäuden auch weitere Einrichtungen mit Wärme versorgt werden, ist für die kommenden Jahre vorgesehen.

 

Neben den investiven Maßnahmen wird aber auch der laufende Energieverbrauch durch Gebäudeleittechnik (GLT) und edv-gestützte Verbrauchsüberwachung kontinuierlich gesteuert und überwacht, um den Energieverbrauch auf dem derzeit niedrigen Stand zu halten. Parallel dazu wird dauerhaft nach zusätzlichen Verbesserungsmöglichkeiten gesucht.

 

Das Energiemanagement im Landkreis arbeitet eng mit dem Regionalmanagement zusammen. Dieses bildet Koordinationsstelle, zu deren Aufgaben auch die Themen Umwelt- und Klimaschutz zählen. Das Regionalmanagement unterstützt die Vernetzung von Akteuren und soll Projekte, die der Region zu Gute kommen, anstoßen, koordinieren und durchführen.

 

Haben Sie Fragen oder wünschen Sie nähere Informationen? Dann wenden Sie sich an den Energiemanager im Landratsamt:

Kontakt:

Landratsamt

Sachgebiet 52

Ansprechpartner: Herr Dipl. Ing. (FH) Alois Vollath

Tel. 09602 795200

E-Mail: avollath@neustadt.de